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Segelschiff vermietung Schottland

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Schottland: Wo das Meer mehr Geschichten erzählt als das Land

Stell dir ein Land vor, in dem das Meer fast sechsmal größer ist als die Landfläche. Wo mehr als 790 Inseln am Horizont liegen, von denen weniger als 100 bewohnt sind. Wo sich rund 18.700 Kilometer Küste durch fjordartige Meeresarme, dramatische Landzungen und weiße Sandstrände schlängeln, die es locker mit der Karibik aufnehmen können. Das ist Schottland, und es gibt keinen besseren Weg, es zu erleben, als vom Deck eines Segelschiffs aus.

Schottland nimmt das nördliche Drittel der Insel Großbritannien ein und umfasst etwa 77.900 Quadratkilometer Landfläche. Im Westen und Norden liegt der Atlantik, im Osten die Nordsee und im Süden die Irische See. Irland ist über den Nordkanal nur 24 Kilometer entfernt, Norwegen liegt etwa 350 Kilometer nordöstlich. Das Land wird durch die Highland Boundary Fault geteilt, die die bergigen Highlands im Norden und Westen von den sanfteren Lowlands im Süden und Osten trennt. Ben Nevis ist mit 1.345 Metern der höchste Gipfel ganz Großbritanniens. Die Westküste ist berühmt für ihre stark zerklüfteten Abschnitte mit langen Landzungen und tief eingeschnittenen Sea Lochs, während die Ostküste von weiten Meeresbuchten und Sandstränden geprägt ist.

Warum ein Segelschiff-Urlaub in Schottland alles andere übertrifft

Es gibt viele Möglichkeiten, Schottland zu entdecken. Du kannst mit dem Auto fahren. Du kannst den Zug nehmen. Du kannst sogar wochenlang wandern. Aber keine dieser Optionen bringt dich zu versteckten Buchten, unbewohnten Inseln und geschützten Ankerplätzen, die nur vom Wasser aus erreichbar sind. Ein Segelschiff bringt dich mitten hinein in eine Landschaft, die vom Meer geformt wurde, und lässt dich Routen folgen, die schon Wikinger, gälische Clans und königliche Dampfschiffe genutzt haben.

Wenig Betrieb, spektakuläre Natur

Im Gegensatz zu den überfüllten Revieren im Mittelmeer oder im Ärmelkanal sind die Gewässer rund um Schottland angenehm ruhig. Du kannst stundenlang segeln, ohne einem anderen Schiff zu begegnen, und in einer Bucht ankern, in der dir höchstens eine Kolonie Kegelrobben zuschaut. Im Juni bringen die langen Sommertage bis zu 18 Stunden Tageslicht, sodass du bis spät in den Abend segeln kannst, während sich der Himmel in Gold- und Rosatöne färbt.

Ein Klima, das überrascht

Das vom Golfstrom beeinflusste Seeklima sorgt besonders an der Westküste für mildere Temperaturen, als du vielleicht erwartest. Das Wetter kann schnell umschlagen, Einheimische sagen gern, man erlebe vier Jahreszeiten an einem Tag, aber genau das macht den Reiz aus. Wenn die Sonne durchbricht, leuchten die Farben fast unwirklich intensiv, und das wechselnde Licht ist ein Traum für Fotografen.

Tierbegegnungen direkt vom Deck aus

Die schottischen Gewässer gehören zu den besten in Europa für Meeresbeobachtungen. Mehr als 20 Wal- und Delfinarten wurden hier gesichtet. Große Tümmler, Gemeine Delfine, Zwergwale, Schweinswale, Riesenhaie und Kegelrobben sind regelmäßig zu sehen. Orcas tauchen gelegentlich rund um die Nördlichen Inseln auf, besonders zwischen Mai und August. Seeadler, 1975 aus Norwegen wieder angesiedelt, sind heute an der Westküste heimisch und erreichen Spannweiten von bis zu 2,5 Metern. Papageitaucher-Kolonien, die Basstölpel von Bass Rock und Steinadler über dem Cuillin-Gebirge auf Skye machen das Erlebnis perfekt. Es gibt kaum etwas Eindrucksvolleres, als wenn ein Zwergwal nur wenige Meter neben deinem Schiff auftaucht.

Segel-Highlights: Wohin dich der Wind trägt

Die Inneren Hebriden

Die Inneren Hebriden zählen zu den besten Segelrevieren der Welt. Von Oban, der lebhaften Hafenstadt an der Westküste, erreichst du die Isle of Mull in einem Tages­törn. Tobermory im Nordwesten von Mull ist einer der meistfotografierten Häfen Schottlands mit seinen bunt gestrichenen Häusern direkt am Wasser. Von dort sind es nur wenige Seemeilen weiter zur Isle of Iona mit ihrer restaurierten mittelalterlichen Abtei. Islay, die Königin der Whiskyinseln, beherbergt neun aktive Destillerien auf nur rund 40 Kilometern Länge. Port Ellen ist der wichtigste Hafen und idealer Ausgangspunkt. Die wilde Isle of Jura, weniger besucht und Nachbarinsel von Islay, ist bekannt für ihre raue Landschaft, Rothirsche und ihre Verbindung zu George Orwell, der hier 1984 schrieb.

Die Small Isles

Rum, Eigg, Muck und Canna werden zusammen die Small Isles genannt und liegen zwischen dem Sound of Mull und Skye. Jede Insel hat ihren eigenen Charakter. Rum ist die größte mit schroffen Gipfeln und Seeadlern. Eigg erzeugt seinen Strom komplett aus erneuerbaren Energien. Canna bietet weiße Sandstrände und totale Ruhe mit Blick auf die Cuillin-Berge von Skye. Muck, die kleinste, ist ein praktischer Zwischenstopp für Segler rund um Ardnamurchan Point.

Die Isle of Skye und weiter nach Norden

Wenn du in den Inner Sound von Skye segelst, erwarten dich steile Klippen, markante Landzungen und geschützte Buchten. Portree, die Inselhauptstadt, begeistert mit ihrem charmanten Hafen und bunten Häusern. Die Broadford Bay ist ein beliebter Ankerplatz, über dem oft Seeadler kreisen. Weiter nördlich bieten Loch Ewe und die Summer Isles wilde Ankerplätze inmitten einiger der abgelegensten und schönsten Landschaften an der Nordwestküste Schottlands.

Der Firth of Clyde und die Isle of Arran

Wenn du dich von Süden näherst, ist der Firth of Clyde das klassische Tor zu Schottlands Segelrevieren. Troon Marina und Largs Marina sind beliebte Startpunkte. Die Isle of Arran, oft als "Schottland im Kleinformat" bezeichnet, vereint Highlands und Lowlands auf einer Insel und bietet geschützte Ankerplätze in Brodick Bay und Lochranza mit Bergpanorama und alten Burgen.

Häfen, in denen du gern länger bleibst

  • Tobermory, Isle of Mull - Ikonische bunte Häuser, Whisky-Destillerie direkt am Hafen und ein Aquarium mit Catch-and-Release-Konzept.
  • Tarbert, Loch Fyne - Historisches Fischerdorf mit geschütztem Hafen und gut ausgebauter Marina, Tor zur Halbinsel Kintyre.
  • Crinan - Am westlichen Ende des Crinan Canal mit Blick auf Duntrune Castle und die Isle of Jura.
  • Castlebay, Isle of Barra - Hafen mit der mittelalterlichen Burg Kisimul Castle mitten in der Bucht.
  • Portree, Isle of Skye - Inselhauptstadt, deren gälischer Name Königsport bedeutet.
  • Oban - Lebendiges Zentrum der Westküste mit hervorragenden Seafood-Restaurants und Verbindungen zu zahlreichen Inselrouten.
  • Stornoway, Isle of Lewis - Größter Hafen der Äußeren Hebriden, gut geschützt und bei jeder Tide leicht anzulaufen.
  • Plockton, Loch Carron - Kleines Dorf mit exotischen Palmen am Hafen, oft als Juwel der Highlands bezeichnet.

Fünf Dinge, die du in keinem Standard-Reiseführer findest

  1. Mit dem Segelschiff durch den Crinan Canal

    Der Crinan Canal ist eine rund 14 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Ardrishaig am Loch Fyne und Crinan am Sound of Jura. Er wurde 1801 eröffnet und hat 15 Schleusen sowie sieben Brücken. Als "schönste Abkürzung Britanniens" erspart er dir die lange und teils anspruchsvolle Route rund um das Mull of Kintyre. Die Durchfahrt ist ein Erlebnis für sich: Du gleitest im Schritttempo durch die schottische Landschaft und kannst unterwegs Kilmartin Glen erkunden, eine der bedeutendsten prähistorischen Regionen Schottlands mit über 5.000 Jahre alten Steinkreisen und Hügelgräbern.

  2. Den Corryvreckan-Strudel aus sicherer Entfernung erleben

    Zwischen Jura und Scarba liegt der Golf von Corryvreckan mit dem drittgrößten Gezeitenstrudel der Welt. Starke Atlantikströmungen treffen hier auf besondere Unterwasserformationen, darunter eine pyramidenförmige Basaltsäule, und erzeugen Strudel, stehende Wellen und ein Tosen, das bis zu 16 Kilometer weit zu hören ist. Der gälische Name Coire Bhreacain bedeutet "Kessel der gesprenkelten Meere". Der Ort ist von Mythen umgeben, und 1947 wäre George Orwell hier beinahe ertrunken. Nähe dich nur mit Respekt und guter Ortskenntnis.

  3. Das Old Forge Pub in Inverie vom Wasser aus besuchen

    Inverie auf der abgelegenen Halbinsel Knoydart erreichst du nur per Boot oder nach einer langen Wanderung. Das Old Forge gilt als das abgelegenste Pub auf dem britischen Festland. Segle in den Loch Nevis, dessen Name passenderweise vom gälischen Begriff für "Himmelssee" stammt, und geh für ein Pint an Land. In der Umgebung kannst du außerdem Steinadler und Seeadler beobachten.

  4. An Bass Rock mit 150.000 Basstölpeln vorbeisegeln

    Wenn dich deine Route an die Ostküste führt, solltest du Bass Rock im Firth of Forth nicht verpassen. Hier lebt die größte Basstölpel-Kolonie der Welt mit schätzungsweise 150.000 Vögeln, die den Felsen aus der Ferne weiß erscheinen lassen. Der Anblick der Vögel, die aus großer Höhe ins Meer stürzen, bleibt unvergesslich.

  5. Vor Sandaig Bay ankern und Gavin Maxwell gedenken

    An der Festlandküste nahe Kyle Rhea liegt die abgelegene Sandaig Bay, wo der Naturforscher Gavin Maxwell sein berühmtes Buch Ring of Bright Water schrieb. Die Bucht ist atemberaubend schön und oft menschenleer. Otter, die Inspiration für das Buch, sind hier noch immer zu Hause. Ein perfekter Ort zum Ankern, während du auf die richtige Tide für die enge Passage von Kyle Rhea wartest.

Praktische Hinweise für Gäste auf dem Segelschiff

Beste Reisezeit

Die Segelsaison in Schottland dauert in der Regel von Mai bis September. Mai und Juni gelten oft als die besten Monate mit besonders langen Tagen und relativ stabilem Wetter. Juli und August können feuchter sein, dafür ist das Wasser dann am wärmsten. Im September sind weniger Boote unterwegs, die Ankerplätze leerer und die Hügel färben sich langsam herbstlich.

Anreise nach Schottland

Schottland ist gut per Flugzeug, Bahn und Straße erreichbar. Die Flughäfen Edinburgh und Glasgow bieten viele internationale Verbindungen, auch Direktflüge aus den USA, Europa und weiteren Ländern. Inverness in den Highlands bedient vor allem regionale Strecken. Wenn du vom europäischen Festland anreist, bringen dich Fähren aus NL und BE an die englische Küste, von wo aus du bequem nach Norden weiterreisen kannst. Von Irland aus ist die Überfahrt kurz, Nordirland ist an der engsten Stelle nur 24 Kilometer entfernt.

Was du einpacken solltest

Zwiebellook ist entscheidend. Das Wetter kann schnell wechseln, und selbst an warmen Tagen ist die Brise auf See frisch. Eine gute wasserdichte Jacke, rutschfeste Schuhe für das Deck und warme Kleidung sind Pflicht. Sonnenschutz ist im langen schottischen Sommer überraschend wichtig. Ein Fernglas macht Tierbeobachtungen noch intensiver. Und vergiss deine Kamera nicht: Schottland vom Deck eines Segelschiffs aus ist unglaublich fotogen.

Tiden und Navigation

Die Gewässer rund um Schottland sind tidenabhängig, eine sorgfältige Tidenplanung gehört zu jedem Segeltörn dazu. Starke Gezeitenströme treten an mehreren Engstellen auf, etwa im Pentland Firth zwischen dem schottischen Festland und Orkney oder im Sound of Jura. Ortskenntnis ist Gold wert, und die Segelanweisungen des Clyde Cruising Club gelten als unverzichtbar für alle, die hier navigieren.

Ein Meer voller Gründe, die Segel zu setzen

Schottland bietet ein Segelerlebnis, das du so sonst nirgends in Europa findest. Wilde Küsten, hunderte Inseln, reiche Seefahrtsgeschichte, beeindruckende Tierwelt und viel Platz auf dem Wasser schaffen etwas ganz Besonderes. Ob langes Wochenende oder ganze Woche, ob du Wale vor den Hebriden suchst oder still in einem verlassenen Loch zwischen Bergen ankern willst, Schottland liefert. Es ist eines dieser seltenen Reiseziele, an denen Meer, Land und Himmel gemeinsam dafür sorgen, dass dir die Welt wieder größer und schöner erscheint, als du sie in Erinnerung hattest.

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